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Alassio, die Blumenriviera,

Alassio, Stadt mit dem berühmten „Muretto“, dekoriert mit unzähligen bunten Keramikfliesen, auf denen die Autogramme von Künstlern und Stars aus Film und Theater verewigt sind, die in vielen Jahrzehnten in Alassio vorbeigekommen sind. Alassio ist eine kleine Stadt an der ligurischen Westküste, geschätzt für seine weiβen Sandstrände.

 

Im Herzen der Altstadt verläuft der „Budello“, eine typisch ligurische Gasse, im Mittelalter Hauptverkehrsader, heute autofreie Fuβgängerzone mit zahlreichen Auslagen von Boutiquen, Geschäften und Händlern. Diese etwa 2 Kilometer lange Gasse durchquert das Stadtzentrum der Länge nach, parallel zum Küstenstreifen. Ganzjährig gibt es hier ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm.

Pinakothek Carlo Levi

Carlo Levi stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Großbürgerfamilie aus Turin, geboren am 29. November 1902. Seit seiner Jugend widmete er den Großteil seiner Freizeit der Malerei, eine Kunstform, die er das ganze Leben lang als seine große Leidenschaft kultivierte und die ihm auch beachtliche Erfolge einbrachte.

1917 schrieb er sich zum Medizinstudium an der Universität Turin ein, das er 1924 abschloss. Sein Onkel, der Abgeordnete Claudio Treves, stellte ihm Piero Gobetti vor, der ihn zur Mitarbeit in der Redaktion der Zeitschrift La Rivoluzione Liberale („Die liberale Revolution“) einlud und ihn mit Felice Casorati bekannt machte, um den die Avantgarde der Maler Turins kreiste.

In dieser multikulturellen Atmosphäre hatte Levi Gelegenheit zum Kontakt mit Persönlichkeiten wie Cesare Pavese, Giacomo Noventa, Antonio Gramsci, Luigi Einaudi, Edoardo Persico, Lionello Venturi, Luigi Spazzapan. 1923 kommt er zum ersten Mal nach Paris. Von 1924 bis 1928 arbeitete er als Assistenzarzt an der Turiner Universitätsklinik, praktizierte aber nie als regulärer Arzt, da er sich mehr für Journalismus und Malerei interessierte. Levi, ob seiner kulturellen Position, in Übereinstimmung mit seinen Ideen, betrachtete Malerei als Ausdruck der Freiheit, nicht nur in formalem, sondern auch in inhaltlichem Gegensatz zur offiziellen Kunstrhetorik, die sich seiner Meinung nach sowohl dem faschistischen Regime als auch dem heuchlerischen Modernismus des Futurismus unterwarf.

Weil er der antifaschistischen Gruppe Giustizia e Libertà („Gerechtigkeit und Freiheit“) angehörte, wurde Levi von der faschistischen Regierung im Frühjahr 1934 für zwei Monate in Rom inhaftiert und im Mai 1935 in die süditalienische Region Lucania (Lukanien, heute Basilicata) verbannt. Dort verbrachte er, nach einiger Zeit im Städtchen Grassano, die Zeit von September 1935 bis Mai 1936 in dem Dorf Aliano. Seine Erinnerungen an die Verbannung wurde weltberühmt durch sein in 37 Sprachen übersetztes Buch Cristo si è fermato a Eboli („Christus kam nur bis Eboli“, 1945).

Nachdem er 1936 vorzeitig durch eine Generalamnestie freikam, die der faschistische Staat zur Feier der Einnahme von Addis Abeba

ausgerufen hatte, ging Levi ins Exil und übernahm von Paris aus die Leitung der Gruppe Giustizia e Libertá („Gerechtigkeit und Freiheit“).

1945 veröffentlicht Einaudi das Buch Cristo si è fermato a Eboli („Christus kam nur bis Eboli“). Levi prangert darin die unmenschlichen Lebensbedingungen der bäuerlichen Bevölkerung an, für die sich weder die Zentralregierung in Rom noch die moderne Welt je interessiert habe und wo nicht einmal das Christentum mehr darstelle als ein Aberglaube unter vielen anderen. Der Erfolg des Romans überschattet sein malerisches Schaffen. Seine Werke werden rigoroser und essenzieller und erreichen mit der Lehre Modiglianis einen prägnanten persönlichen Realismus.

Nach dem II. Weltkrieg setzt Levi seine journalistische Tätigkeit fort.

1954 bekennt er sich zur Neurealistischen Gruppe und nimmt an der Biennale von Venedig teil.

1963 beginnt seine politische Aktivität, mit dem Ziel, den von ihm aufgeworfenen sozialen Problematiken hinsichtlich des generellen Verfalls des Landes mehr Gewicht zu verleihen, und dem Wunsch, den weitverbreiteten Immobilismus der Politik zu verändern, der zur Erhaltung gewisser erworbener Rechte selbst auf illegale Weise diente.  Er wurde als Kandidat der Kommunistischen Partei für zwei Legislaturen in den Senat gewählt.

Carlo Levi starb am 4. Jänner 1975 in einem römischen Krankenhaus an Lungenentzündung. Gemäß seinem ausdrücklichen testamentarischen Wunsch wurde er auf dem Friedhof von Aliano bestattet, wohin er versprochen hatte
zurückzukehren.



Carlo Levi und sein Alassio

“… während Boote leise auf dem ruhigen bei Sonnenuntergang grün- und rosafarbenen Wasser vorbeifahren, und aus dem Stein eine Wärme strömt, die bereits unmöglich und vergessen schien. Der Sommer ist wieder da, warm und heiter, die Luft ist wieder himmelblau, und ich kann endlich mit dem Malen beginnen.”*

*Diese und andere Zitate stammen aus Carissimo Puck, Mancosu editore, Rom 1994

Wenn man den Blick von Piazza San Francesco erhebt, kann man den Hügel von Levi sehen; den lichten Pinienwald und links, zwischen zwei Palmen, die Villa und das große Fenster des Arbeitszimmers. Der Vater Ercole hatte die Villa Mitte der 20er-Jahre gekauft. Schon Ende des Jahrhunderts verbrachte Annetta Treves, Levis Mutter, als junges Mädchen ihre Sommerferien zwischen Alassio und Laigueglia. Das Land war dicht bebaut: Auf den alten von Steinmauern gestützten Terrassen wuchsen Olivenbäume, Weinstöcke, Pfirsich-, Feigen-, Mandel-, Orangen- und Zitronenbäume, Kürbisse, Zuckermelonen, Luzerne, Tomaten und jede Art von Gemüse, dank der Arbeit der Bauernfamilien mit ihren Pflugochsen, Maultieren, Kühen, Schafen, Kaninchen und Hühnern. Sie waren Landpächter oder Halbpächter, einige waren Einheimische, andere kamen aus Kalabrien, Sizilien oder Sardinien.

Hundert Meter über dem Meeresspiegel gelegen, befanden sich am Eingang zum Garten der Villa zwei Löwen aus Ton, ein Tisch aus Schiefer, orange Holzstühle, große gelbe Vasen, eine Hängematte und ein modellierter Gianduja aus Ton (Gianduja ist als Spaßmacher Bestandteil zahlreicher folkloristischer Veranstaltungen in der Stadt Turin), den Levis Vater, der nicht nur als Textilhändler für eine schottische Firma arbeitete, sondern auch malte, selber modelliert hatte. Die Blumen-, Obst- und Jagdfresken, die die Villa in Alassio schmücken, sind sein Werk. Dorthin zog er schließlich mit seinem sagenhaften Hund Barone (den Carlo aus der Verbannung mitgebracht hatte), um dort 1939 an einem der ersten Kriegstage zu sterben.

Anfang der dreißiger Jahre findet Levis künstlerische Sprache seinen ganz persönlichen Stil: jenen stofflichen, gewundenen streichelnden, kreisenden Pinselstrich.

Die Oliven- und Johannisbrotbäume, die Felsen im Pinienwald, Kap Mele im Hintergrund: Das ist das Universum Alassios, das Levi während eines halben Jahrhunderts in mehr als 2000 Gemälden gemalt hat (oder besser „geschaffen, wie Gott schuf“).

Eine scheinbar reglose Landschaft, eine Art Paradies auf Erden, „jugendlicher Dschungel, voll von Insekten, Tieren, Kindern, Blättern, Grillen, Sand“ (so beschrieben 1959), in dem die Gegebenheiten der Geschichte, selbst die Kriege und Verfolgungen, die persönlichen Probleme, Liebe, Trauer, Einsamkeit, präsent sind, jedoch von allen unwesentlichen Aspekten bereinigt.

Mitte der 60er-Jahre bis zu seinem letzten Sommer (1974) hat Levi die Johannisbrotbäume von Alassio gemalt. Es handelt sich oft um große Gemälde, zwischen denen man umhergehen kann, eine Zusammenstellung von zwei bis vier Leinwänden zu einer plastischen Darstellung in natürlicher Größe. Diesen Baumstämmen hat Levi einen Namen gegeben, der oft an die Figuren der Mythologie, der Literatur oder einfach an Tiere erinnert.

Wenden wir uns wieder dem Hügel von Levi zu und lassen wir uns von seinen Worten ergreifen:

„Die Nacht ist ein Wunder von stillen Geräuschen, von Nachtvögeln, einer leichten Brise in den Wipfeln und einem entfernten Hundegebell; und der Mond macht meinen wenige Quadratmeter kleinen Platz im Pinienwald geheimnisvoll und unendlich groß; dort male ich und jeder Zweig und jeder Baumstamm ist mir bekannt und mit mir befreundet.“

 

Pinakothek und geschichtliche Sammlung Carlo Levi im renovierten Palazzo Morteo,

Via Gramsci Nr 58, Alassio (SV)
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